Tja, mein erstes Mal Lanzarote. Ich saß im Flieger, mit Pullover und allem Drum und Dran, und habe fasziniert aus dem Fenster geschaut. Erst über den Wolken, dann über dem Meer. Irgendwann lagen die Kanaren unter mir. Wir sind einmal an Lanzarote vorbeigeflogen, bevor wir in Arrecife gelandet sind, und ich habe diese erstmal schroffe Insel von oben gesehen.
Aus dem Flugzeug raus, und mich hat diese wundervolle, in dem Moment aber krasse Wärme getroffen. Ich kam ja aus einem deutlich kühleren Deutschland. Das Erste, was ich tun musste: raus aus den langen Klamotten. Mein erstes Learning. Inzwischen ziehe ich mich geschickter an und habe auf der Insel direkt Kurzes an.
Total angenehm: Der Flughafen in Arrecife ist klein, und mein Sportgepäck kam bisher jedes Mal ohne Probleme mit dem normalen Gepäck.
Auf dem ersten Weg über die Insel konnte ich, glaube ich, kaum reden. Ich habe nur aus dem Fenster geschaut. Dann kamen wir in der Casa La Costa an und wurden herzlichst aufgenommen. Meinen Lieblingsplatz hatte ich sofort gefunden: hinten im Hof am Pool, unter dem Pfefferbaum. Ich liebe diesen Pfefferbaum. Und das Fenster in der Wand, durch das Du runter nach Tenesar Richtung Meer schaust. Ein Traum.
Erster Flug an den Pechos
Wenn ich mich richtig erinnere, waren die Pechos mein erstes Gelände auf der Insel. Dort habe ich den Schirm zum ersten Mal auf Lanzarote aufgezogen. Und die kleinen, hakeligen Würzelchen kennengelernt, die aus der Erde ragen. Wenn es nicht geregnet hat, siehst Du sie kaum, weil sie fast dieselbe Farbe haben wie das Gestein. Aber die Leinen verheddern sich schnell darin.
Da habe ich mich an Hvide Sande erinnert: Halt die Leinen ein bisschen auf Spannung, stell den Schirm schön auf der B-Ebene ab, dann passiert Dir und dem Schirm nichts. Das habe ich dort nochmal ganz anders verknüpft.
Hoch ging es handlend, ähnlich wie in der Düne. Das konnte ich umsetzen. Kai hat mich ein bisschen gefunkt und unterstützt, damit ich meine Nervosität im Griff behalte. Und dann bin ich zum ersten Mal auf der Insel geflogen. An den beiden Pechos entlang, hin und her. Erst mit Funkunterstützung, dann allein. Dann näher ran, mal über dem Startplatz schweben und wieder raus.
Patrick und Rüdiger waren mit in der Luft. Rüdi hat Videos gemacht, und so habe ich die ersten wunderschönen Bilder bekommen: mit meinem ersten Schirm, von meinem ersten richtigen Flug auf der Insel. Ein ganz besonderer Moment mit diesen drei Jungs. Der wird mir, glaube ich, ewig in Erinnerung bleiben.
Zuschauen in El Cuchillo
In El Cuchillo, einem halben Vulkankrater, bin ich nicht gestartet. An dem Tag hatte ich den Glauben an mich noch nicht. Also habe ich den Jungs beim Starten zugeschaut. Was funktioniert gut, was noch nicht, und wie unterstützt Kai sie dabei. Ich habe bewundert, analysiert, begleitet. Und für die anderen Fotos gemacht, zur Erinnerung. Dazu der Sonnenuntergang und dieses Licht. Wunderschön.
Heute freue ich mich darauf, wenn es in El Cuchillo bald mal fliegt und ich mitstarte. Ich habe richtig Lust drauf. Damals konnte ich es mir nicht vorstellen. Jetzt hoffe ich drauf.
Mein erster fremder Landeplatz
Eines Abends sind wir bei wenig Wind in Las Nieves gestartet. Wir sind in einen wunderschönen Sonnenuntergang geflogen, mit Blick über die Wüste der Insel. Mir fehlen bis heute die Worte dafür.
Und dann meine erste Landung auf einem Landeplatz zwischen Menschen. Niemand stand unten, der mich runterfunkt. Keine große Einweisung. Ich musste allein entscheiden. Ich bin als Erste vom Hang weggeflogen, um landen zu gehen. Von Las Nieves runter bis zum Strand ist es ein Stück, und ich wollte noch genug Energie und Kopf übrig haben. Zu lange oben bleiben habe ich mir nicht zugetraut.
Unten bin ich richtig schön gelandet. Ganz sanft. Ich habe den Schirm gehandlet, die Menschen im Blick gehabt und auf Leitungen aufgepasst. Eine wirklich sichere, gute Landung. Dann habe ich den Schirm abgelegt, meine Sachen gepackt und strahlend am Strand gesessen. Aufs Wasser geschaut, den anderen zugesehen, die nach und nach kamen. Und mich einfach unfassbar gefreut. Ein perfekter Abendflug, mit Blick auf das Risco, das im roten Abendlicht leuchtete.
Viel mehr Spots gab es beim ersten Mal gar nicht. Den Rest der Zeit war ich in der Casa und mit den anderen. Und habe es gefeiert, geliebt und gelebt.